Familienfreundlichkeit zu teuer?


Offen gesagt, wir hatten diesmal einen Funken Hoffnung gehabt, dass unser Antrag auf Aufwertung und Ausweitung des Förderprogramms „Jung kauft Alt – für ein lebendiges Rödinghausen“ selbst in den Reihen der SPD Anhänger finden könnte, auch wenn er eigentlich „aus der falschen Ecke“ kam.

Nicht zuletzt lag das darin begründet, dass der Antrag kein „Politikum“ enthielt und zudem – zumindest für uns – kein irgendwie gearteter Nachteil ersichtlich oder denkbar war.

Wir bauen Mehrgenerationen-Kurparks für € 850.000, Mehrgenerationenparks für mindestens € 200.000, wenn es beim ersten Bauabschnitt bleibt, wir bauen eine Straße zum Stadion für mehr als eine Million Euro, wir sparen durch den Verzicht des Kreises € 231.000, und wir haben für ein so existenzielles Problem wie die Leerstände infolge der demografischen Entwicklung ganze € 10.000 im Jahr übrig, um junge Familien dazu zu bewegen, in den Zentren unserer Dörfer ein altes Haus zu kaufen und zu sanieren?!

Mit allem Respekt, das kann und darf nicht wahr sein! Wir fürchten, wer – zudem noch als zertifizierte familienfreundliche Kommune - auf einem so hohen Ross sitzt, der wird irgendwann tief fallen. Wie hieß es noch ebenso schön wie treffend: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Alles, was wir wollten, war, die Maximalförderung pro Familie und Haus, was drei minderjährige Kinder im Familienhaushalt voraussetzt, von jetzt € 1.500 für ein Altbaugutachten um maximal € 9.000 über 6 Jahre zu erhöhen und den Abriss eines alten Hauses und den Neubau an selber Stelle in der Förderung der Sanierung des Altbaus gleichzustellen.

Alles, was die SPD dagegen zu sagen hatte, war, man wolle erstmal abwarten, ob das bereits beschlossene Programm nicht ausreiche. Außerdem sei das von WiR beantragte Programm nicht wirklich attraktiver und zudem zu teuer.

Nehmen wir einmal an, das Programm hätte trotz Aufwertung und Erweiterung im von WiR beantragten Sinn tatsächlich keine erhöhte Nachfrage zur Folge, wo wäre das Programm dann zu teuer? Was hätten wir verloren? Mangels Nachfrage würde doch gar nichts ausgegeben!

Stiege die Nachfrage jedoch tatsächlich, dann wäre doch wohl auch die SPD der Meinung, dass das gut investiertes Geld wäre, oder?

Gibt es also irgendeinen ernsthaften Grund, erstmal ein Jahr zu warten, ob sich das beschlossene Minimalprogramm nicht doch bewährt? Nicht dass nachher noch zu viele kommen?! WiR meinen: Nein!

Gibt es irgendeinen ernsthaften Grund, die von WiR beantragte Aufwertung und Erweiterung abzulehnen? WiR meinen: Nein!

Schade für Rödinghausen, dass die SPD nicht über ihren Schatten springen konnte!
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