... ohne Brimbamborium


Schon am 28.11.2012 war es in der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung zu Diskussionen gekommen.

Wie WiR bereits berichtete [siehe Notizen aus dem Rat vom 13.12.2012] hatte der ursprüngliche Beschlussvorschlag der Verwaltung vorgesehen, der Entwurfsplanung zuzustimmen und die Verwaltung zu beauftragen, die Baumaßnahmen in zwei Bauabschnitten umzusetzen und entsprechend auszuschreiben, soweit Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.

Dies wurde jedoch wurde übereinstimmend abgelehnt. Da das Planungsbüro auf Nachfrage keine Angaben über die bei der Realisierung des Planvorhabens entstehenden Kosten machen konnte, wurde die Sache als nicht entscheidungsreif eingestuft. Man verständigte sich einstimmig darauf, die vorgestellte Entwurfsplanung zustimmend zur Kenntnis zu nehmen und das Planungsbüro zu beauftragen, die vorgestellte Entwurfsplanung unter Berücksichtigung der vom Ausschuss gemachten Anregungen zu konkretisieren und eine Kostenermittlung für die Bauabschnitte 1 [d.h. Park-/Festplatz, Bushaltestelle, Zuwegung Kita sowie Vorplatz des neuen Umkleidegebäudes und des Jugendtreffs] und 2 [gesamter übriger Bereich] zu erstellen.

Das hinderte die Verwaltung offenbar nicht, dem Ausschuss am 15.05.2013 eine Beschlussvorlage zu präsentieren, die über den in der Vorsitzung beschlossenen Rahmen hinausgeht. Auch der finanzielle Rahmen, der vom Planungsbüro vorgestellt wurde, entsprach offenkundig nicht den Vorstellungen des Ausschusses. Eine Zusammenfassung finden Sie in der Rubrik „Aktuelles“ in dem dort abgedruckten Artikel der Bünder Zeitung vom 17.05.2013.

Hinzu kommt jedoch noch etwas, was nach unserer Einschätzung besonderer Erwähnung bedarf:

In der Sachdarstellung der Vorlage heißt es nämlich: „Das {Planungsbüro} hat nun die Vorentwurfsplanung unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel überarbeitet und wird die überarbeitete Planung und die erstellte Kostenschätzung in der Sitzung vorstellen.“

Und unter „Finanzielle Auswirkungen“ ist weiter u.a. zu lesen: „Im Haushalt 2013/2014 wurden Finanzmittel von 200.000 € im Jahr 2014 und 250.000 € im Jahr 2015, insgesamt also 450.000 € veranschlagt.“

Was wir meinen ist Folgendes: Wenn wir ein Wohnhaus bauen wollen, dann mögen – und sollten – wir zwar wissen, wieviel Geld uns dafür zur Verfügung steht. Dem Architekten werden wir aber sicher sagen: Ich möchte ein Haus bauen, das diesen oder jenen Voraussetzungen entsprechen und diese oder jene Bedingungen erfüllen soll. Bitte mach mir dafür die wirtschaftlichste Planung, die diese Vorgaben erfüllt. Wenn er mir diese Planung vorlegt, kann ich die von ihm veranschlagten Kosten mit meinem Budget vergleichen und dann beginnen die Verhandlungen, Kompromisse usw., bis die letztendliche Einigung steht.

Wenn ich aber dem Architekten sage: Ich möchte ein schönes Haus bauen und das darf 450.000 € kosten, muss bzw. darf es mich dann wirklich wundern, wenn er ein Haus entwirft, das ziemlich genau 450.000 € kostet!? Und um das auch klar zu sagen: In einem solchen Fall ist der Fehler nicht etwa beim Architekten zu suchen. Vielmehr hat es der Bauherr zu verantworten, dass sein Budget „zufällig“ ausgeschöpft wurde, denn er hat es versäumt, sachdienliche und ausreichende Vorgaben zu machen, die den Architekten verpflichten, die wirtschaftlichste Lösung zu finden, die die gemachten Vorgaben erfüllt.

Glücklicherweise erinnerten sich noch genügend Ausschussmitglieder an die bestehende Beschlusslage und stutzten den Beschlussvorschlag wie in den „Notizen aus dem Rat“ dargestellt dahingehend zurecht, dass das Planungsbüro nunmehr gehalten ist, die konkret gefassten Planungsvorgaben „ohne Brimbamborium“ einzuhalten und dabei keinesfalls den Rahmen von 200.000 € zu sprengen. Immerhin! Lassen wir uns von der unter diesen Aspekten überarbeiteten Planung, die in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt werden soll, überraschen – und von den für die Realisierung veranschlagten Kosten … . Wetten dass …?