Apropos neue Alte Dorfstraße


Man musste wirklich kein Prophet sein, um das vorhersagen zu können, was die Gemeindeverwaltung sich jetzt gehalten sieht zuzugeben, nämlich dass die Art und Weise des Ausbaus der Alten Dorfstraße gerade die Verkehrsteilnehmer gefährdet, die besonders geschützt werden sollten. Wir sprechen von älteren Menschen, die mit Rollatoren oder Rollstühlen unterwegs sind und von jüngeren, die sich mit Kinderwagen, Rollern oder so genannten Bobbycars im Verkehr bewegen.

Was hat man denn von den Autofahrern erwartet, die auf der Alten Dorfstraße fahren oder parken? Jeder von ihnen hat schon die Erfahrung gemacht, dass er bei Gegenverkehr mit seinem Fahrzeug in die Gosse oder noch weiter nach rechts neben die Teerfahrbahn ausweichen oder hinter einem geparkten Auto halten und warten musste.

Nicht selten sind die Reihen der geparkten Autos so lang, dass man vom Ende noch gar nicht sehen kann, dass einem aus der Gegenrichtung ein anderes Auto entgegenkommt, das seinerseits geparkte Autos zu seiner Rechten hat. Dann stehen sich beide auf der Mitte der Straße gegenüber und guter Rat ist teuer. Einer muss zurück!

Dazu kommt, dass wir alle in der Fahrschule eingebläut bekommen haben, beim Einparken mit den Rädern nicht weiter als 30 cm vom Bordstein zu landen, sonst hieß es: Durchgefallen! Und die gefühlten Bordsteine sind bei barrierefreier Konstruktion des von allen Verkehrsteilnehmern gemeinsam zu nutzenden Raumes nun einmal die erhöhten Randsteine an den äußersten Rändern der Verkehrsfläche.

Wenn dann noch die Breite der Teerfahrbahn so schmal ist wie auf der Alten Dorfstraße, dann muss man damit rechnen, dass jeder sein Auto zudem noch aus dem Grunde möglichst weit rechts parkt, um es aus der Gefahrenzone des fließenden Verkehrs in Sicherheit zu bringen.

Dass also auf diese Weise rechts von den geparkten Autos kaum Platz für Rollatoren, Rollstühle, Kinderwagen usw. bleiben würde, das war für jeden Laien so klar wie Kloßbrühe – nur leider nicht für die Fachleute! Und das hat auch, entgegen der Auffassung, die die Gemeindeverwaltung in der Presse und in den Flyern, die sie den Geschäftsleuten mit der Bitte um Verteilung zugeschickt hat, darzustellen versucht, nichts mit Rücksichtslosigkeit der Autofahrer zu tun.

Das hat vielmehr einzig und allein damit zu tun, dass die Teerfahrbahn der Alten Dorfstraße einfach zu schmal ist. Wenn sich auf der Fahrbahn zwei Fahrzeuge problemlos begegnen könnten, dann brauchte auch keiner Angst zu haben, sein Auto relativ nah an der Fahrbahn zu parken und dann wäre auf der äußeren Seite auch genügend Platz für Fußgänger, Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen.

So müssen aber ausgerechnet die so genannten „weichen“ Verkehrsteilnehmer, weil sie an der Außenseite der parkenden Autos nicht vorbeikommen, auf die Innenseite – und das heißt auf die Teerfahrbahn, wo die Autos fahren – ausweichen. Klar, dass sie da besonders gefährdet sind!

Und die Moral von der Geschicht?

Das Ganze hat nichts mit fehlender Rücksichtnahme zu tun; es handelt sich ganz einfach um eine Fehlplanung!